Du Pfläumchen am Bäumchen, was hängst du so rund, und frisch noch am Aste, komm in mein Mund. S. Jachterdahl, 1975 Gevatter Herbst
Hi Foodies,
wenn der Spätsommer langsam in den Herbst übergeht, ist sie endlich wieder da: die Pflaumenzeit. Und damit auch meine liebste Zeit, um euch ein paar herbstliche Rezepte vorzustellen. Allen voran mein selbstgemachtes fruchtig-scharfes Pflaumen-Chutney.
Aber natürlich freue ich mich jedes Jahr auch auf Klassiker wie frischen Pflaumenkuchen, selbstgemachte Pflaumenmarmelade oder ganz schlicht ein warmes Porridge mit frischen Pflaumen.
Geht’s euch da genauso?
Selbstgemacht schmeckt einfach besser
Heute dreht sich alles um Chutney.
Bei uns im Geschäft findet ihr zwar auch richtig gute, fertige Sorten – aber ganz ehrlich: Selbstgemacht ist für mich einfach unschlagbar. Nicht nur geschmacklich, sondern auch, weil man genau weiß, was drin ist und die Aromen perfekt auf den eigenen Geschmack abstimmen kann.
Das Schöne an Chutneys ist ihre Vielfalt. Sie können:
- würzig-süß
- fruchtig-sauer
- exotisch
- oder angenehm scharf sein
Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Ich habe mich diesmal ganz bewusst für eine fruchtig-scharfe Variante mit Pflaumen entschieden – und bin mehr als happy mit dieser Entscheidung.

Woher kommen Chutneys eigentlich?
Ursprünglich stammen Chutneys aus Indien, wo sie seit Jahrhunderten fester Bestandteil der Küche sind. Klassisch bewegen sie sich geschmacklich zwischen süß-scharf und süß-sauer – genau diese Kombination macht sie so spannend.
Von der Konsistenz erinnern Chutneys ein wenig an Marmelade. Und genau hier kommt oft die Verwechslung ins Spiel.
Chutney oder Relish – der feine Unterschied
Chutneys solltet ihr nicht mit Relish verwechseln:
- Relish wird meist roh oder nur kurz erhitzt eingemacht. Die Zutaten bleiben gröber und frischer.
- Chutney hingegen wird länger eingekocht – ähnlich wie Marmelade. Dadurch verbinden sich die Aromen intensiver und die Konsistenz wird weicher.
Beides hat seine Berechtigung, aber heute geht es ganz klar um Chutney 😉
Was gehört in ein gutes Chutney?
Ein „typisches“ Chutney gibt es eigentlich nicht. Häufig werden verschiedene Obstsorten kombiniert, dazu kommen Essig, Süße, Kräuter und jede Menge Gewürze.
Beliebte Zutaten sind zum Beispiel:
- Chili
- Nelken
- Koriander
- Kardamom
- Ingwer
- Senfsamen
- Minze
Grundsätzlich gilt: Erlaubt ist, was schmeckt.
Wenn ihr euch unsicher seid, welche Aromen gut zusammenpassen, dann probiert unbedingt mein fruchtig-scharfes Pflaumen-Chutney aus. Und ja – scharf ist hier Programm.
Ich habe sowohl eine frische Chili als auch unser Chiliöl verwendet.
Chutney richtig einkochen – darauf kommt es an
Bevor ihr loslegt, solltet ihr unbedingt eure Einmachgläser inklusive Deckel gründlich auskochen, damit sie frei von Keimen und Bakterien sind.
Sobald das Chutney fertig ist:
- heiß bis zum Rand in die Gläser füllen
- sofort verschließen
- die Gläser kurz auf den Kopf stellen
So kann sich ein Vakuum bilden und euer Chutney hält sich problemlos mehrere Monate.
Selbstgemachtes fruchtig-scharfes Pflaumen-Chutney
Zutaten
- 2 Schalotten
- 20 g frischen Ingwer
- 2 EL Chiliöl vomFASS
- 500 g Pflaumen
- 1 große Chilischote
- 2 Orangen BIO
- 1 EL Honig
- 50 ml Rotwein
- 2 EL Apfel Balsam-Essig vomFASS
- 2 EL Senf
- 1 TL Thymian
- Salz
- Pfeffer
Anleitungen
- Schalotten und Ingwer schälen. Klein schneiden und in einem Topf mit Chiliöl anbraten. Anschließend mit Honig karamellisieren. Pflaumen und Chilischote waschen, halbieren und entkernen. Anschließend sehr fein schneiden.
- Die Orangen heiß abwaschen und 1 Orange dünn schälen. Die Schale ganz fein in Streifen schneiden. Beide Orangen halbieren, auspressen und ca. 200 ml Saft abmessen. Orangensaft, Rotwein, Apfelessig, Pflaumen und die Chili in den Topf geben und für 5 Minuten köcheln lassen. Senf, Thymian, Salz und Pfeffer dazugeben und für weitere 20-30 Minuten köcheln lassen. Das Chutney in Gläser füllen.
Wozu passt Pflaumen-Chutney besonders gut?
Pflaumen-Chutney ist ein echter Allrounder und passt hervorragend:
- zu einer Käseplatte
- zu Fleisch oder einem saftigen Kotelett
- zu Gegrilltem
- oder ganz unkompliziert als Dip oder Brotaufstrich
Chutneys können sowohl als Würze als auch wie eine Marmelade eingesetzt werden – genau das macht sie so vielseitig.
Ausblick: Es geht herbstlich weiter 🍂
Mein nächstes Projekt steht übrigens schon fest: Kürbis-Chutney.
Also bleibt gespannt 😉
Weitere Pflaumen-Rezepte findet ihr wie immer hier gesammelt.
Ich hoffe, ihr probiert das Rezept fleißig aus und habt genauso viel Freude daran wie ich.
Bis ganz bald,
eure
Mariyke

